“Wir nennen es Blase”: Sebastian Ingenhoff beerdigt die digitale Bohème

Manch einer mag noch nicht einmal gemerkt haben, dass es sie überhaupt gibt, da veröffentlicht die taz bereits einen „Abgesang auf das Gerede von der ‚digitalen Bohème“.

Die Zahl der Content-Schaffenden sei zwar gestiegen, die Möglichkeiten das Schaffen von Content zu monetarisieren jedoch nicht. Und so käme es, dass viele Angehörige der „sogenannten Kreativwirtschaft“ am Rande der Selbstausbeutung arbeiteten. Eine Lohnuntergrenze für die Content-Bauern der digitalen Welt gäbe es schon lange nicht mehr, so Autor Ingenhoff.

Allein, wer begüterte Eltern habe oder in einem „entfremdeten“ Nebenjob das nötige Geld für den Lebensunterhalt verdiene, könne es sich leisten, in der restlichen Zeit sich seiner eigentlichen Bestimmung – der wahren Kunst – zu widmen. Subversive Ideen blieben freilich auf der Strecke.

In einem verbitterten Rundumschlag schafft es Ingenhoff dann irgendwie, in den restlichen Zeilen Jaron Lanier, die Punkbewegung, Marktradikale, ein Lied von Tocotronic, das unter anderem von Selbstbefriedigung handelt, und Pop-Art unterzubringen.

Und das macht Sinn? Zumindest lässt es viele Fragen offen. Ingenhoff beklagt – und zurecht – das Problem der Finanzierung von Kunst. Allein, dies ist kein Problem des Internetzeitalters und eine Lösung für den freischaffenden Künstler ist eben ein Brotjob – auch soweit hat der Abgesang Recht. Aber ein Bürgerrecht auf ein Leben zwischen Laptop und Latte Macchiato gibt es eben auch in Berlin Mitte – zumindest heute – noch nicht.

Konsequenzen daraus oder Vorschläge für die kreative Nutzung der digitalen Netze bleibt der Abgesang jedoch schuldig. Ein wenig mehr Kreativität wäre hier wünschenswert gewesen.

Was bleibt, ist vielleicht die Erkenntnis, dass auch online eine brotlose Kunst bleibt, was bereits offline eine war. Die digitale Bohème ist tot – lang lebe die Bohème.

Oder um ebenfalls mit Tocotronic zu sprechen: „Ihr redet nur von den Projekten und von eurem neuen Stück, manchmal frag‘ ich mich, bin ich oder ihr verrückt?“

Manch einer mag noch nicht einmal gemerkt haben, dass es sie überhaupt gibt, da veröffentlicht die taz bereits einen „Abgesang auf das Gerede von der ‚digitalen Bohème“.

Die Zahl der Content-Schaffenden sei zwar gestiegen, die Möglichkeiten das Schaffen von Content zu monetarisieren jedoch nicht. Und so käme es, dass viele Angehörige der „sogenannten Kreativwirtschaft“ am Rande der Selbstausbeutung arbeiteten. Eine Lohnuntergrenze für die Content-Bauern der digitalen Welt gäbe es schon lange nicht mehr, so Autor Ingenhoff.

Allein, wer begüterte Eltern habe oder in einem „entfremdeten“ Nebenjob das nötige Geld für den Lebensunterhalt verdiene, könne es sich leisten, in der restlichen Zeit sich seiner eigentlichen Bestimmung – der wahren Kunst – zu widmen. Subversive Ideen blieben freilich auf der Strecke.

In einem verbitterten Rundumschlag schafft es Ingenhoff dann irgendwie, in den restlichen Zeilen Jaron Lanier, die Punkbewegung, Marktradikale, ein Lied von Tocotronic, das unter anderem von Selbstbefriedigung handelt, und Pop-Art unterzubringen.

Und das macht Sinn? Zumindest lässt es viele Fragen offen. Ingenhoff beklagt – und zurecht – das Problem der Finanzierung von Kunst. Allein, dies ist kein Problem des Internetzeitalters und eine Lösung für den freischaffenden Künstler ist eben ein Brotjob – auch soweit hat der Abgesang Recht. Aber ein Bürgerrecht auf ein Leben zwischen Laptop und Latte Macchiato gibt es eben auch in Berlin Mitte – zumindest heute – noch nicht.

Konsequenzen daraus oder Vorschläge für die kreative Nutzung der digitalen Netze bleibt der Abgesang jedoch schuldig. Ein wenig mehr Kreativität wäre hier wünschenswert gewesen.

Was bleibt, ist vielleicht die Erkenntnis, dass auch online eine brotlose Kunst bleibt, was bereits offline eine war. Die digitale Bohème ist tot – lang lebe die Bohème.

Oder um ebenfalls mit Tocotronic zu sprechen: „Ihr redet nur von den Projekten und von eurem neuen Stück, manchmal frag‘ ich mich, bin ich oder ihr verrückt?“

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