Frankfurter Honorarliste 2011: Vergütung freier Journalisten in Ostdeutschland

30.03.2011 – Die wirtschaftliche Lage der ostdeutschen Tageszeitungsverlage unterscheidet sich aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse in Ostdeutschland von der wirtschaftlichen Situation der Tageszeitungsverlage in Westdeutschland. Der Arbeitsstelle Vergütung der Viadrina Universität Frankfurt (Oder) hat nun erstmalig die im Kalenderjahr 2010 tatsächlich üblichen und von Tageszeitungs-Verlagen in den neuen Ländern gezahlten Vergütungen an hauptberufliche freie redaktionelle Mitarbeiter ermittelt.

Frankfurter Honorarliste 2011 veröffentlicht

Frankfurter Honorarliste 2011 veröffentlicht

Bereits im Februar 2010 hat der DJV als anerkannter Urheberverband zusammen mit ver.di und dem BDZV Gemeinsame Vergütungsregeln für Freie an Tageszeitungen abgeschlossen, die unmittelbar zwar für hauptberuflich tätige freie Text-Redakteure in den „alten Ländern“ und auch dort nicht in Hessen. Für die „neuen Bundesländer“ sind diese Vergütungsregeln allerdings nicht verbindlich.

Mangels gemeinsamer Vergütungsregelungen für freie Redakteure in den neuen Ländern richtet sich die angemessene Vergütung daher nach der tatsächlichen Branchenübung in den neuen Ländern.

Die im Wintersemester 2010/11 im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina errichtete Arbeitsstelle Vergütung ermittelt deshalb jährlich, erstmals für 2010, empirisch die in den neuen Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tatsächlich an freie redaktionelle Mitarbeiter gezahlten Honorare und veröffentlicht diese jeweils im ersten Quartal des Folgejahrs in der Frankfurter Honorarliste. Die Studie stellt dabei weder eine Marktempfehlung noch eine Tarif-Forderung dar.

Es werden in der Studie die tatsächlich angewendeten Honorarrichtlinien zugrunde gelegt, die von den Verlagen zur Verfügung gestellt wurden. Den Verlagen wurde Vertraulichkeit zugesichert und die Angaben anonymisiert. Die Ergebnisse der Studie lassen sich demnach auch nicht auf einzelne Verlagshäuser oder Tageszeitungstitel zurückverfolgen.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Spanne der 2010 von Tageszeitungsverlagen in den neuen Ländern tatsächlich gezahlten Vergütungen beträchtlich ist. Vorherrschendes Vergütungssystem ist das Zeilenhonorar. Vereinzelt kommen auch Tages- oder Monatspauschalen zur Anwendung, deren Spanne einen großen Spielraum aufweist. Sowohl Zeilenhonorare als auch Pauschalen lassen häufig Raum für individuelle Verhandlungen. Kriterien hierfür sind neben der Höhe der Auflage und der Größe des Verbreitungsgebietes unter anderem die Dauer der Zugehörigkeit als „Freier“, vereinzelt auch die Textsorte (Bericht, Reportage etc.), die Platzierung im Blatt (Aufmacher, 1-Spalter, 3-Spalter etc.), die Qualität der „Schreibe“ sowie individuelle Vereinbarungen.

Zeilenhonorare werden meist nicht nach Textsorten differenziert, sondern orientieren sich vorwiegend an der Auflage. Die in den neuen Ländern gezahlten Zeilenhonorare bei Tageszeitungen bewegen sich zwischen 5 Cent und 85 Cent, wobei einzelne Spitzenwerte dabei einem insgesamt niedrigen Niveau gegenüber stehen, das mit der Höhe der Auflage leicht steigt. Auch die Spitzensätze steigen – in stärkerem Maße – mit der Höhe der Auflage.

Die obere Grenze der Zeilenhonorare liegt bei einer Auflage von bis 10.000 bei 30 Cent, bei einer Auflage von bis zu 50.000 bei 40 bis vereinzelt 80 Cent und bei bis zu 200.000 Exemplaren bei 50 Cent. Bis zu einer Auflage von 200.000 Exemplaren liegt das Zeilenhonorar am unteren Rand der Skala stets bei 5 bis 8 Cent.

Die tatsächliche Branchenübung in den neuen Ländern unterscheidet sich damit deutlich beispielsweise von den Vergütungsrichtlinien, die DJV, ver.di und BDZV für den Westen Deutschlands vereinbart haben. Die Gründe hierfür werden in der angespannten wirtschaftlichen Situation der Tageszeitungen insgesamt mit dem dabei zu verzeichnenden Auflagerückgang, dem Rückgang in den Werbeerlösen durch die Wirtschaftskrise sowie damit verbunden in der im Bundedurchschnitt niedrigeren Kaufkraft im Osten Deutschlands vermutet.

Frankfurter Honorarliste 2011 zur Ermittlung der von Zeitungsverlagen in den neuen Ländern an freie redaktionelle Mitarbeiter im Kalenderjahr 2010 tatsächlich gezahlten Vergütungen:
www.frankfurter-honorarliste.de

Herausgeber: Arbeitsstelle Vergütung im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Die Arbeitsstelle Vergütung wird geleitet von Rechtsanwalt Prof. Dr. Johannes Weberling. Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter ist Christian Möller M.A.

30.03.2011 – Die wirtschaftliche Lage der ostdeutschen Tageszeitungsverlage unterscheidet sich aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse in Ostdeutschland von der wirtschaftlichen Situation der Tageszeitungsverlage in Westdeutschland. Der Arbeitsstelle Vergütung der Viadrina Universität Frankfurt (Oder) hat nun erstmalig die im Kalenderjahr 2010 tatsächlich üblichen und von Tageszeitungs-Verlagen in den neuen Ländern gezahlten Vergütungen an hauptberufliche freie redaktionelle Mitarbeiter ermittelt.

Frankfurter Honorarliste 2011 veröffentlicht

Frankfurter Honorarliste 2011 veröffentlicht

Bereits im Februar 2010 hat der DJV als anerkannter Urheberverband zusammen mit ver.di und dem BDZV Gemeinsame Vergütungsregeln für Freie an Tageszeitungen abgeschlossen, die unmittelbar zwar für hauptberuflich tätige freie Text-Redakteure in den „alten Ländern“ und auch dort nicht in Hessen. Für die „neuen Bundesländer“ sind diese Vergütungsregeln allerdings nicht verbindlich.

Mangels gemeinsamer Vergütungsregelungen für freie Redakteure in den neuen Ländern richtet sich die angemessene Vergütung daher nach der tatsächlichen Branchenübung in den neuen Ländern.

Die im Wintersemester 2010/11 im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina errichtete Arbeitsstelle Vergütung ermittelt deshalb jährlich, erstmals für 2010, empirisch die in den neuen Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tatsächlich an freie redaktionelle Mitarbeiter gezahlten Honorare und veröffentlicht diese jeweils im ersten Quartal des Folgejahrs in der Frankfurter Honorarliste. Die Studie stellt dabei weder eine Marktempfehlung noch eine Tarif-Forderung dar.

Es werden in der Studie die tatsächlich angewendeten Honorarrichtlinien zugrunde gelegt, die von den Verlagen zur Verfügung gestellt wurden. Den Verlagen wurde Vertraulichkeit zugesichert und die Angaben anonymisiert. Die Ergebnisse der Studie lassen sich demnach auch nicht auf einzelne Verlagshäuser oder Tageszeitungstitel zurückverfolgen.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Spanne der 2010 von Tageszeitungsverlagen in den neuen Ländern tatsächlich gezahlten Vergütungen beträchtlich ist. Vorherrschendes Vergütungssystem ist das Zeilenhonorar. Vereinzelt kommen auch Tages- oder Monatspauschalen zur Anwendung, deren Spanne einen großen Spielraum aufweist. Sowohl Zeilenhonorare als auch Pauschalen lassen häufig Raum für individuelle Verhandlungen. Kriterien hierfür sind neben der Höhe der Auflage und der Größe des Verbreitungsgebietes unter anderem die Dauer der Zugehörigkeit als „Freier“, vereinzelt auch die Textsorte (Bericht, Reportage etc.), die Platzierung im Blatt (Aufmacher, 1-Spalter, 3-Spalter etc.), die Qualität der „Schreibe“ sowie individuelle Vereinbarungen.

Zeilenhonorare werden meist nicht nach Textsorten differenziert, sondern orientieren sich vorwiegend an der Auflage. Die in den neuen Ländern gezahlten Zeilenhonorare bei Tageszeitungen bewegen sich zwischen 5 Cent und 85 Cent, wobei einzelne Spitzenwerte dabei einem insgesamt niedrigen Niveau gegenüber stehen, das mit der Höhe der Auflage leicht steigt. Auch die Spitzensätze steigen – in stärkerem Maße – mit der Höhe der Auflage.

Die obere Grenze der Zeilenhonorare liegt bei einer Auflage von bis 10.000 bei 30 Cent, bei einer Auflage von bis zu 50.000 bei 40 bis vereinzelt 80 Cent und bei bis zu 200.000 Exemplaren bei 50 Cent. Bis zu einer Auflage von 200.000 Exemplaren liegt das Zeilenhonorar am unteren Rand der Skala stets bei 5 bis 8 Cent.

Die tatsächliche Branchenübung in den neuen Ländern unterscheidet sich damit deutlich beispielsweise von den Vergütungsrichtlinien, die DJV, ver.di und BDZV für den Westen Deutschlands vereinbart haben. Die Gründe hierfür werden in der angespannten wirtschaftlichen Situation der Tageszeitungen insgesamt mit dem dabei zu verzeichnenden Auflagerückgang, dem Rückgang in den Werbeerlösen durch die Wirtschaftskrise sowie damit verbunden in der im Bundedurchschnitt niedrigeren Kaufkraft im Osten Deutschlands vermutet.

Frankfurter Honorarliste 2011 zur Ermittlung der von Zeitungsverlagen in den neuen Ländern an freie redaktionelle Mitarbeiter im Kalenderjahr 2010 tatsächlich gezahlten Vergütungen:
www.frankfurter-honorarliste.de

Herausgeber: Arbeitsstelle Vergütung im Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Die Arbeitsstelle Vergütung wird geleitet von Rechtsanwalt Prof. Dr. Johannes Weberling. Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter ist Christian Möller M.A.

Von Dschungelnervensägen, Stalkern und Topless-Videos auf Facebook

08. März 2011 – Wer sich in jüngster Zeit über die Vorlieben seiner Facebook-Freunde für Oben ohne-Videos, Dschungelcamp-Teilnehmerinnen, die Verhaftung amerikanischer Stars und Sternchen oder Informationen über angebliche Stalker wunderte, hat nun eine Erklärung: den neuen Facebook Like-Button.

Während es sogenannte Clickjacking- bzw. Likejacking-Versuche schon seit längerem gibt, hat offenbar die Veränderung des Facebook Like-Buttons letzte Woche zu einer Sprunghaften Zunahme dieser Art von Spam geführt. Die Kollegen des Naked Security-Blog von Sophos berichten von einer regelrechten Schwemme an Berichten über Facebook-Scams, die sie jeden Tag erreicht.

Der Like-Button und die Pinnwand

Der Like-Button und die Pinnwand

Die Ursache für die Zunahme vermuten viele im Wechsel vom Share-Button zum Like-Button. Während sich in der Vergangenheit mit einem Klick auf den Share-Button ein Popup-Fenster öffnete, in denen man die Informationen, die man teilen wollte noch einmal bearbeiten konnte, posted ein Klick auf den Like-Button nunmehr automatisch ein komplettes Status-Update auf die eigene Wall.

Statt eines offensichtlichen Like-Buttons verstecken die Scammer die Funktion nun beispielsweise hinter täuschend echt anmutenden Online-Videos oder anderen auf den ersten Blick unverdächtig anmutenden Schaltflächen.

Ein Klick auf das vermeintliche Video veröffentlicht nun im selben Augenblick ein Statusupdate auf der eigenen Pinnwand – und lässt den gutgläubigen Videonutzer je nach Inhalt des Videos vor seinen Facebook-Freunden mehr oder weniger gut aussehen.

Facebook Likejacking Scam mit angeblichem Video

Während das Interesse an der Verhaftung eines Hollywood-Sternchens noch als unverdächtig durchgehen mag, mag die Lust auf ein Oben ohne-Video einer Dschungelcamp-Teilnehmerin unter Umständen zur ein oder anderen hämischen Nachfrage führen.

Dies an sich mag noch nicht bedrohlich anmuten, doch in vielen Fällen versuchen noch dazu betrügerische Applikationen die Erlaubnis zum Zugriff auf das eigene Profil zu erlangen. Bedenkt man, dass man hierdurch einer – gelinde gesagt – etwas undurchsichtigen Anwendung Zugriff auf seine persönliche Daten erlaubt, stellt sich die Situation etwas anders dar.

Ziel dieses Clickjacking ist es unter anderem, sich mit diesen Facebook-Applikationen die Erlaubnis zu erschleichen, auf die Wall des betroffenen Nutzers sowie eventuell die Pinnwände von befreundeten Profilen zu posten.

Jüngere Applikationen nutzen beispielsweise die Informationen des jeweiligen Facebook-Accounts, um mit einer persönlichen Ansprache den Nutzer zur Teilnahme einer Online-Umfrage zu bewegen, für die der Scammer eine Erfolgsprämie bekommt, wie Sophos berichtet.

Die betreffenden Posts zu löschen, ist nun alleine noch nicht die Lösung. Auch die Anwendung an sich muss wieder entfernt werden. In einem Video-Tutorial schildert Sophos, wie dies funktioniert.

08. März 2011 – Wer sich in jüngster Zeit über die Vorlieben seiner Facebook-Freunde für Oben ohne-Videos, Dschungelcamp-Teilnehmerinnen, die Verhaftung amerikanischer Stars und Sternchen oder Informationen über angebliche Stalker wunderte, hat nun eine Erklärung: den neuen Facebook Like-Button.

Während es sogenannte Clickjacking- bzw. Likejacking-Versuche schon seit längerem gibt, hat offenbar die Veränderung des Facebook Like-Buttons letzte Woche zu einer Sprunghaften Zunahme dieser Art von Spam geführt. Die Kollegen des Naked Security-Blog von Sophos berichten von einer regelrechten Schwemme an Berichten über Facebook-Scams, die sie jeden Tag erreicht.

Der Like-Button und die Pinnwand

Der Like-Button und die Pinnwand

Die Ursache für die Zunahme vermuten viele im Wechsel vom Share-Button zum Like-Button. Während sich in der Vergangenheit mit einem Klick auf den Share-Button ein Popup-Fenster öffnete, in denen man die Informationen, die man teilen wollte noch einmal bearbeiten konnte, posted ein Klick auf den Like-Button nunmehr automatisch ein komplettes Status-Update auf die eigene Wall.

Statt eines offensichtlichen Like-Buttons verstecken die Scammer die Funktion nun beispielsweise hinter täuschend echt anmutenden Online-Videos oder anderen auf den ersten Blick unverdächtig anmutenden Schaltflächen.

Ein Klick auf das vermeintliche Video veröffentlicht nun im selben Augenblick ein Statusupdate auf der eigenen Pinnwand – und lässt den gutgläubigen Videonutzer je nach Inhalt des Videos vor seinen Facebook-Freunden mehr oder weniger gut aussehen.

Facebook Likejacking Scam mit angeblichem Video

Facebook Likejacking Scam mit angeblichem Video

Während das Interesse an der Verhaftung eines Hollywood-Sternchens noch als unverdächtig durchgehen mag, mag die Lust auf ein Oben ohne-Video einer Dschungelcamp-Teilnehmerin unter Umständen zur ein oder anderen hämischen Nachfrage führen.

Dies an sich mag noch nicht bedrohlich anmuten, doch in vielen Fällen versuchen noch dazu betrügerische Applikationen die Erlaubnis zum Zugriff auf das eigene Profil zu erlangen. Bedenkt man, dass man hierdurch einer – gelinde gesagt – etwas undurchsichtigen Anwendung Zugriff auf seine persönliche Daten erlaubt, stellt sich die Situation etwas anders dar.

Ziel dieses Clickjacking ist es unter anderem, sich mit diesen Facebook-Applikationen die Erlaubnis zu erschleichen, auf die Wall des betroffenen Nutzers sowie eventuell die Pinnwände von befreundeten Profilen zu posten.

Jüngere Applikationen nutzen beispielsweise die Informationen des jeweiligen Facebook-Accounts, um mit einer persönlichen Ansprache den Nutzer zur Teilnahme einer Online-Umfrage zu bewegen, für die der Scammer eine Erfolgsprämie bekommt, wie Sophos berichtet.

Die betreffenden Posts zu löschen, ist nun alleine noch nicht die Lösung. Auch die Anwendung an sich muss wieder entfernt werden. In einem Video-Tutorial schildert Sophos, wie dies funktioniert.